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L` âme Immortelle: „Dein Herz“

Transmis par Admin le 11.08.2007, 10:08
Score:   (6 sur 10)
Hits: 145
Langue: german


L` âme Immortelle: „Dein Herz“
(Gun Records/ Sony BMG) VÖ: 26.05.`06


2004 hörte man zuletzt von ihnen, fand die Österreicher von L’AME IMMORTELLE zeitweilig sogar recht erfolgreich in der Deutschen Charts wieder, doch immerhin ist seit „Gezeiten“ ein Moment vergangen und genügend Inspiration konnte gesammelt werden, die nunmehr darauf wartet, in Silber gepresst, funkenweise auf die Hörerschaft überzuspringen. Und Funken fliegen mehr als genug...
Während man sich auf „Gezeiten“ vielfältigster Stilmittel bediente, neben den Einflüssen aus dem von den Österreichern geliebten Rockgenre auch die in der LAI-Vergangenheit viel gehörten und bei den Sympathisanten der früheren Werke beliebten Electro-Sounds zusammenfügte, soll es nunmehr nach Selbstauskunft von Thomas Rainer und Sonja Kraushofer weniger überladen, dafür rockiger klingen. Terrain für neue Experimente und das Austesten von Vorlieben wird das zu erwartende Album „Auf Deinen Schwingen“, doch zunächst verbleiben wir in gespannter Vorfreude und werfen einen Blick auf die Vorab-Single „Dein Herz“... Vorweggenommen wird, dass sich in diesem Fall von Veröffentlichung kein Geringerer als Literat Edgar Allen Poe für den inhaltlichen Hintergrund verantwortlich zeichnet. Zur „Zusammenarbeit“ kam es im Rahmen der Anthologie „Visionen“, für die LAI in Form der Single ihren Beitrag leisteten um dem meisterlichen Schreiberling zusammen mit anderen bekannten Köpfen Tribut zu zollen.
„Dein Herz“ beginnt ruhig, lässt ein Cembalo (?) erklingen, scheint etwas vom Chanson inne zu haben, die Strophe, versehen mit Sonjas noch zurückhaltender Stimme, scheint sich an der Hörer heranschleichen zu wollen. Denn ohne große Umschweife erreicht man den Übergang zum Refrain, der vorbereiten will auf überraschend beabsichtigt klingende Eingängigkeit. Wohl selten konnte man einer Bridge bereits eine derart deutliche Richtung anhören, ein großer Pfeil scheint gen Klischee und Schlagersüßtafel weisen zu wollen. Spätestens als der Refrain über den Hörer hereinbricht, wird dieser erschrocken aufblicken, da mit so viel Bombast wohl keiner rechnen konnte. Thomas Rainer und Sonja Kraushofer im ausdrucksstarken Duett, das zusammen mit orchestraler, jedoch auch gitarrengeführter Instrumentierung eine einerseits beeindruckenden, jedoch andererseits übertrieben wuchtig klingende Mischung ergibt. Der Text als plakative Romantik tut sein Übriges, ergänzt einerseits zur perfekt abgerundeten Thematik, schafft es andererseits aber nicht wirklich von der unüberhörbaren Schwere dieser sahnelastigen Süßspeise abzulenken. Ebenso beeindruckend verläuft die Komposition im Weiteren, es wurde grandios geklotzt, ganz und gar nicht gekleckert. Man steigert sich scheinbar hinein in musikalischen Bombast, hört mehr und mehr die Perfektion, die beim Entstehen von LAI-Werken angestrebt ist. Der Einsatz des Orchesters, Sonjas und Thomas’ sich in Dramatik ergebender Gesang, dazu ein ‚herzzerreißend’ auffordernder Text – eine Mixtur, die nach viel Arbeit klingt, dem Hörer jedoch auch viel Arbeit macht. Sie lässt definitiv Spuren zurück, dürfte dem Einen als gaaaanz großes Kino im Gedächtnis bleiben, jedoch dem Anderen als zu viel bittersüßes Klischee, auf 3 ½ Minuten verteilt, schwer im Magen liegen.


01 Dein Herz (Single Edit)
02 Dein Herz (Radio Edit)


Rezension: Raggi



  

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