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STAUBKIND "Zu Weit"

Gönderen Cell la Dor Tarih: 11.10.2007, 21:10
Puan:   (9 dan 10)
İzlenme: 1041
Dil: german


STAUBIND "Zu Weit" (Fear Section, SPV

VÖ 12.10.07

Eine harte Probe, auf die die zahlreichen STAUBKIND-Fans da gestellt worden sind. Nun nach drei Jahren hat auch der Letzte eine Belohnung verdient und diese wird mit "Zu Weit" einem jeden herzlichst bald überreicht. Doch je länger der Werdegang sich anfühlte, umso wertvoller ist das, was man ab dem 12.10.07 in den Händen halten darf. Die vergangenen Jahre wurden ausgiebigst genutzt, um das neue STAUKIND zum Leben zu erwecken und für euch bluten zu lassen. Mit dem zweiten Longplayer präsentiert sich Louis Manke erneut gefühlvoll und unverfälscht, fernab vom sonstigen Lärm besinnt man sich auf den wahren Augenblick, welcher stets seine eigene Sprache spricht. Es waren vielmehr drei Jahre des Zuhörens, die nun im Hier und Jetzt zur höchsten Bedeutung gipfelten. Die Emotion als Vielseitigkeit in sich bietet daher genügend Inspiration, um in alle Richtungen hin nach der zentralen Ehrlichkeit des Künstlers zu greifen. Ich fühle, also bin ich - als Schlachtruf schlecht hin...Der erste Eindruck: Louis Manke ist mit seinem musikalischen Schaffen gewachsen. Zu groß ist die Bedeutung STAUBKINDs als eigenständiges Projekt, als dass es sich davonzustehlen lohnt. Es ist Louis Manke und wird durch ihn genährt. Man distanziert sich keineswegs von der Vergangenheit, sondern geht weiterhin den stabilen, einst eigens angelegten Weg und überzeugt mit gitarrenlastigen Rocksongs. Eingeläutet durch ein verheißungsvolles Intro entlädt sich ein ca. einstündiges emotionales Grollen über dem Hörer und schafft Einblicke in Herz und Hirn des Herrn der Stunde. Nachdem der Hörer gebührend empfangen wurde, kommt auch schon der "Abschied". Eine der typischen Soundstrukturen, welche man lieben gelernt hat. Ein Song mit der Erkenntnis, dass alles verloren ist, wenn man sich selbst verliert. Nichts ist von Dauer und am Ende wartet dennoch nur ein Lebewohl. Ein weiteres großes Plus ist der Mut zu härteren Gangarten. Der Ausdruck des Albums wirkt zwar roher, aber dafür ernstzunehmender, wie z.B. auch "Erinnerung" beweist. Energiegeladen, treibend und mitreißend wird es einer der Songs werden, welche live die Initialzündung zur unbefangenen Begeisterung personifiziert. Die ganz Mutigen dürfen auch mitklatschen und aus tiefsten Recken mitsingen.

Doch abseits der gewonnen Härte verliert man nicht den Sinn für stillere Momente, wie das Titelstück "Zu Weit" oder auch "Wenn Du Schläfst" belegen. Nach persönlich betriebener Umfrage wurde diese Entscheidung als sehr gut befunden. Oberflächlich betrachtet, ein recht eigenwilliger Song, der zwar bekannte STAUBKIND-Strukturen widerspiegelt, dem aber dennoch eine unverwechselbar andere Ausstrahlung innewohnt. Es sind die Momente, die zum Einen unerwartet sind, andererseits beständig vor Augen führen, dass das Potential längst nicht ausgeschöpft ist. Wie auch, der Mensch müsste aufhören zu fühlen, um Herrn Manke zum Schweigen zu bringen. "Halt Mich" als weiterer Vertreter von kantigeren Gitarren und härterem Umgang besinnt sich im Ansatz auf die alten Tage, zeigt woraus STAUBKIND gemacht ist und stellt dabei fast unbemerkt den musikalischen Kurs Richtung Zukunft. Die Entwicklung ist den 13 neuen Songs gänzlich aufgeprägt und wirkt keinesfalls aufgesetzt bzw. gekünstelt. Im Gegenteil, es schafft Spannung und Ungeduld, welche unbedingt von den Brettern dieser Welt hinausposaunt werden wollen. Die "Königin" mit ihrer bedrohlichen Beschaffenheit und den verspielten Synthies oder eben auch der "November" wollen vor Abertausenden angehört werden. Passend dazu, der Song "Wunderschön". Der musikgewordene Zirkus lädt ein... Meine Damen und Herren hereinspaziert, die Realität als Hauptattraktion!Das Ende krönt sprichwörtlich das Werk und so entlässt man den Konsumenten in zwei besondere Momente. Der Künstler ist zum zweiten Male in die Mini-Playback-Mottengrube gestiegen und lässt einen einstigen Gefühlsknüller im Karussell der Geschichte rotieren bzw. macht zusätzlich Lust auf "Viel Mehr Akustik"...

Die Konsequenz des Ganzen, ein Hexenkessel aus tiefsten Empfindungen und unverblümter Ehrlichkeit, mit dem der Fan an sich gerechnet hat und doch verzaubert werden dürfte. Allen anderen sei ans Herz gelegt, dass es für STAUBKIND auch ein Leben abseits der Szene geben könnte. Aber ihr wisst ja: Wer petzt kommt in die Hölle!

01. Intro

02. Abschied

03. Erinnerung

04. Zu Weit

05. Gestern

06. November

07. Wenn Du Schläfst

08. Halt Mich

09. Wunderschön

10. Letzter Tag

11. Vergiss Nicht

12. Königin

13. Als Ich Fortging

14. Viel Mehr Akustik



  

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